Roth-Steyr-Pistole Modell 1907
Beschreibung
Roth-Steyr-Pistole Modell 1907.
Hersteller- / Hauptbeschreibung
Roth-Steyr-Pistole Modell 1907.
Kaliber: 8 mm Roth-Steyr (8x19 mm)
Länge: 23,3 cm
Gewicht: 1.030 g (ungeladen)
Kapazität: 10 Patronen
Zuführung: festes Magazin, geladen mit Ladestreifen
Produktion: 90.000 bis 100.000 Exemplare (1907-1914) durch die OEWG Österreichische Waffenfabriks-Gesellschaft (Steyr) und Fegyver- és Gépgyár (Budapest)
Die Roth-Steyr Modell 1907 (Repetierpistole M.7), im Kaliber 8x19 mm Roth-Steyr, wurde 1907 von der österreichisch-ungarischen Kavallerie übernommen. Sie war die erste reguläre halbautomatische Pistole einer großen europäischen Armee. Sie arbeitet mit kurzem Rohrrücklauf und rotierendem Verriegelungssystem und besitzt ein festes Magazin für zehn Patronen, das mit einem Ladestreifen geladen wird.
Zwischen 1907 und 1914 wurden etwa 90.000 bis 100.000 Exemplare hergestellt. Sie ging der Steyr Modell 1912 voraus. Während des Ersten Weltkriegs wurde sie von der österreichisch-ungarischen Armee verwendet und erschien vereinzelt bei deren Verbündeten, insbesondere in Bulgarien, ohne dort jedoch zu einer regulären Standardwaffe zu werden.
Bulgarische Militärindustrie
Von der Unabhängigkeit bis zur Industrialisierung (1878-1950)
1878 - Entstehung des modernen bulgarischen Staates. Nach dem Berliner Vertrag wurde Bulgarien wieder ein autonomer Staat. Die bulgarische Armee rüstete sich hauptsächlich durch Importe aus Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn aus. Eine bedeutende Rüstungsindustrie existierte zu dieser Zeit nicht.
1880-1912 - Aufbau der Armee. Einführung ausländischer Gewehre und Revolver, insbesondere russischer und österreichisch-ungarischer Systeme. Fast vollständige Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten. Kleine militärische Reparaturwerkstätten bestanden, jedoch keine industrielle Munitionsproduktion.
1912-1913 - Balkankriege. Hoher Materialverbrauch. Starke Abhängigkeit von Importen für die Nachversorgung.
1915-1918 - Erster Weltkrieg. Bulgarien trat den Mittelmächten bei. Umfangreiche Lieferung von Waffen und Munition aus Deutschland und Österreich-Ungarn. Verwendung österreichisch-ungarischer Waffen wie Rast & Gasser, Roth-Steyr und Steyr M1912. Eine bedeutende nationale industrielle Produktion moderner Munition ist nicht belegt.
1919 - Vertrag von Neuilly. Strenge Beschränkungen für die bulgarische Armee. Begrenzung der Truppenstärke und des Materials. Die Militärindustrie wurde stark kontrolliert.
1924 - Gründung von Arsenal in Kazanlak. Schaffung der Darzhavna Voenna Fabrika, der staatlichen Militärfabrik. Anfangsziele: Waffenreparatur, Herstellung von Kleinwaffen und Beginn der Munitionsfertigung. Dies war die erste strukturierte nationale militärindustrielle Grundlage.
1930er Jahre - Ausbau. Schrittweise Modernisierung. Zunehmende Produktion von Gewehrpatronen, insbesondere Mauser-Kalibern, Pistolenmunition und leichten Waffen. Bulgarien begann, seine Abhängigkeit vom Ausland zu verringern.
1944-1947 - Regimewechsel. Übergang unter sowjetischen Einfluss. Vollständige Neuorganisation des Militärsektors. Nach 1947 - sozialistische Industrialisierung. Starke Ausweitung der Rüstungsindustrie. Arsenal Kazanlak wurde zu einem bedeutenden Hersteller von Kleinwaffen, einschließlich Kalaschnikow-Waffen, und Munition. Bulgarien wurde zu einem anerkannten Akteur in der Herstellung militärischer Munition.
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