Steyr-Pistole Modell 1912
Beschreibung
Steyr-Pistole Modell 1912.
Hersteller- / Hauptbeschreibung
Steyr-Pistole Modell 1912, auch Steyr-Hahn genannt.
Kaliber: 9 x 23 Steyr
Länge: 22,6 cm
Gewicht: 950 g (ungeladen)
Kapazität: 8 Patronen
Zuführung: festes Magazin, geladen mit Ladestreifen
Haupthersteller: Österreichische Waffenfabriks-Gesellschaft (OEWG), Steyr
Produktion: etwa 250.000 bis 300.000 Exemplare (1911-1918)
Die Steyr-Pistole Modell 1912, im Kaliber 9x23 mm Steyr, wurde 1912 offiziell von der kaiserlich und königlichen österreichisch-ungarischen Armee unter der Bezeichnung Repetierpistole M.12 übernommen.
Sie wurde von der Österreichischen Waffenfabriks-Gesellschaft zwischen 1911 und 1918 in etwa 250.000 bis 300.000 Exemplaren hergestellt. Die Waffe arbeitet mit kurzem Rohrrücklauf und rotierendem Verriegelungssystem und wird aus einem festen Magazin mit acht Patronen gespeist, das mit einem Ladestreifen geladen wird.
Während des Ersten Weltkriegs gelangten Exemplare nach Bulgarien, das mit den Mittelmächten verbündet war. Die Steyr M1912 wurde jedoch nie zur regulären bulgarischen Standard-Faustfeuerwaffe. Ihre Verwendung blieb zweitrangig, insbesondere bei einzelnen Offizieren durch private Anschaffung und in Diensten wie der Gendarmerie.
Bulgarische Militärindustrie
Von der Unabhängigkeit bis zur Industrialisierung (1878-1950)
1878 - Entstehung des modernen bulgarischen Staates. Nach dem Berliner Vertrag wurde Bulgarien wieder ein autonomer Staat. Die bulgarische Armee rüstete sich hauptsächlich durch Importe aus Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn aus. Eine bedeutende Rüstungsindustrie existierte zu dieser Zeit nicht.
1880-1912 - Aufbau der Armee. Einführung ausländischer Gewehre und Revolver, insbesondere russischer und österreichisch-ungarischer Systeme. Fast vollständige Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten. Kleine militärische Reparaturwerkstätten bestanden, jedoch keine industrielle Munitionsproduktion.
1912-1913 - Balkankriege. Hoher Materialverbrauch. Starke Abhängigkeit von Importen für die Nachversorgung.
1915-1918 - Erster Weltkrieg. Bulgarien trat den Mittelmächten bei. Umfangreiche Lieferung von Waffen und Munition aus Deutschland und Österreich-Ungarn. Verwendung österreichisch-ungarischer Waffen wie Rast & Gasser, Roth-Steyr und Steyr M1912. Eine bedeutende nationale industrielle Produktion moderner Munition ist nicht belegt.
1919 - Vertrag von Neuilly. Strenge Beschränkungen für die bulgarische Armee. Begrenzung der Truppenstärke und des Materials. Die Militärindustrie wurde stark kontrolliert.
1924 - Gründung von Arsenal in Kazanlak. Schaffung der Darzhavna Voenna Fabrika, der staatlichen Militärfabrik. Anfangsziele: Waffenreparatur, Herstellung von Kleinwaffen und Beginn der Munitionsfertigung. Dies war die erste strukturierte nationale militärindustrielle Grundlage.
1930er Jahre - Ausbau. Schrittweise Modernisierung. Zunehmende Produktion von Gewehrpatronen, insbesondere Mauser-Kalibern, Pistolenmunition und leichten Waffen. Bulgarien begann, seine Abhängigkeit vom Ausland zu verringern.
1944-1947 - Regimewechsel. Übergang unter sowjetischen Einfluss. Vollständige Neuorganisation des Militärsektors. Nach 1947 - sozialistische Industrialisierung. Starke Ausweitung der Rüstungsindustrie. Arsenal Kazanlak wurde zu einem bedeutenden Hersteller von Kleinwaffen, einschließlich Kalaschnikow-Waffen, und Munition. Bulgarien wurde zu einem anerkannten Akteur in der Herstellung militärischer Munition.
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